FCG is featured in an interview in Legacy’s latest issue FCG, May 1, 2026May 1, 2026 FCG, die Abkürzung für den Künstler Florian Cotan-Grigorean, bewegt sich mit „RA“ bewusst jenseits klarer Genregrenzen und genießt es, mit seinen Songs und Alben in experimentellen Zwischenländern zu existieren. Der Song ,Walpurgisnacht‘ mit Warrel Dane ist ihm dabei besonders ans Herz gewachsen. Und so hat der rumänische Künstler allerhand zu erzählen. Florians Arbeitsweise sagt bereits viel über den Charakter des Projekts aus: „Zu Hause habe ich vor allem mein Instrument, das Cimbalom, mit dem ich täglich arbeite, dazu verschiedene Objekte, mit denen ich intuitiv experimentiere.“ Der kreative Prozess entsteht dabei weniger aus festen Strukturen als aus einem freien Spiel mit Texturen, Klangfarben und spontanen Ideen. Dieses offene Konzept spiegelt sich auch in der Entstehung von „RA“ (und weiteren Alben) wider. Das Album vereint unterschiedliche Ansätze – von Neuinterpretationen über Hommagen bis hin zu eigenständigen Kompositionen. „Für zwei Stücke habe ich Thiago (Oliveira) gebeten, sich von rumänischen Komponisten wie Ciprian Porumbescu und Nicolas Simion inspirieren zu lassen und daraus etwas Neues zu entwickeln.“ Gleichzeitig finden sich sehr persönliche Elemente im Material, etwa durch bearbeitete Tonbandaufnahmen: „Ein Stück enthält die Stimme meiner Frau, ein anderes eine Aufnahme ihres Großvaters, der ein altes russisches Lied singt.“ Solche Momente verleihen dem Album eine intime Ebene, die über rein musikalische Konzepte hinausgeht, gleichzeitig beim oft unbedarften Hörer aber zunächst für viel Irritationen sorgt. Eine zentrale Rolle in der Kunst von FCG spielt, wie schon angedeutet, dabei die Zusammenarbeit mit Thiago Oliveira, der einen Großteil der musikalischen Umsetzung verantwortet. „Er hatte völlige kreative Freiheit, ausgehend von grundlegenden Ideen wie Stimmungen oder musikalischen Skizzen.“ Das Resultat ist ein vielschichtiges Klangbild, das sich organisch entwickelt und gleichzeitig eine klare innere Logik besitzt. Gerade dieser kollaborative Ansatz sorgt dafür, dass „RA“ trotz seiner stilistischen Vielfalt geschlossen wirkt. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Track ‚Walpurgisnacht‘, der auch auf unserer Compilation vertreten ist – nicht zuletzt wegen des Gastauftritts des leider verstorbenen Warrel Dane (Nevermore, Sanctuary). Die Entstehung des Stücks verlief dabei ungewöhnlich: „Thiago war hier die zentrale Figur. Ich selbst habe nur den Gesang beigesteuert, während er Komposition, Arrangement und Produktion komplett übernommen hat.“ Der Song existierte bereits seit einigen Jahren, wurde aber bewusst zurückgehalten und nie online oder breitenwirksam veröffentlicht: „Ich hatte das Gefühl, dass er den richtigen Kontext braucht, um wirklich zu funktionieren.“ Die Integration von Warrel Danes Stimme stellte dabei weniger eine technische Herausforderung als vielmehr eine künstlerische Selbstverständlichkeit dar. „Warrel Dane ist ein Genie, wenn es um Gesang und Texte geht.“ Inhaltlich greift der Song auf literarisches Material zurück: „Wir haben Textpassagen aus Arthur Rimbauds ‚A Season In Hell‘ verwendet und in einen neuen musikalischen Kontext gesetzt.“ Diese Verbindung von klassischer Literatur und moderner Klangästhetik fügt sich nahtlos in das Gesamtkonzept des Albums ein. Auch in der Produktion verfolgt FCG eine klare Linie. Ziel war es, die eigene klangliche Identität zu bewahren und gleichzeitig neue Räume zu erschließen. „Ich wollte einen Sound, der an mein vorheriges Material anknüpft, aber dennoch neue Territorien erschließt.“ „RA“ soll noch diesen Sommer professionell auf verschiedenen Formaten erscheinen. Augen auf! Jonathan Jancsary Interviews